Geschichte

Der Ursprung des Evangelischen Jugendwerkes Laupheim geht auf den ersten ständigen Pfarrer in Laupheim, Johannes Lechler zurück. Er gründete am 6. Januar 1891 einen Jünglingsverein, der an drei Abenden in der Woche im evangelischen Schulzimmer zusammenkam. Seit dieser Zeit findet evangelische Jugendarbeit in Laupheim statt. Durch schwere Zeiten, wie den Ersten Weltkrieg, die Nazidiktatur und den Zweiten Weltkrieg hindurch, konnte mit Unterbrechungen durch die Kriege und die Zwangseingliederung in die Hitlerjugend, eine kontinuierliche, traditionsreiche, selbstbestimmte und selbstbewußte evangelische Jugendarbeit betrieben werden.

1931 wurde der erste Bezirksjugendsonntag in Laupheim abgehalten. Erst nachdem Pfarrer Leopold Ganz am 6. Januar 1947 mit der Erledigung der Stadtpfarrstelle beauftragt wurde, begann der Aufbau einer neuen Jugendarbeit. 1947 fand in Laupheim der erste Bezirksjugendtag nach dem Krieg statt. 1952 wurde der Evangelische Bezirksmädchentag in Laupheim abgehalten. Mädchenkreise aus 8 Kirchengemeinden reisten mit dem Fahrrad an. Im Juli 1957 wurden die evangelischen Jugendgruppen Mitglied im neu gegründeten Stadtjugendring Laupheims. In den 60er Jahren blühte unsere Jugendarbeit wie andernorts auch. Neue zusätzliche Räume wurden von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt und bezogen. In den 70er Jahren gab es erste Versuche mit neuen, offenen Formen der Jugendarbeit. Im Frühjahr 1992 werden von Jugendlichen die Räume im Jugendhaus renoviert. Eine Küche wird eingerichtet. Seit dieser Zeit werden immer wieder kleine und große Arbeiten durch Jugendgruppen und Jugend-Mitarbeiter in der Gemeinde erledigt. So die Mithilfe bei der Sanierung von Kellerräumen, Ausbau des Kirchendachs, Gartengestaltung, Aufräum-, Putz- und Reperaturarbeiten. Auch der Bau von eigenen Marktständen mit denen Mitglieder verschiedener Jugendgruppen aus unserer Gemeinde einen Oster- bzw. Nikolaus-Stand aufbauen. Der Erlös aus dem Verkauf von Selbstgebasteltem oder Selbstgebackenem dient der Anschaffung von Freizeitmaterial wie Zelten, Booten oder anderem.

1996 begannen die ersten Überlegungen zur Umstrukturierung unserer Evangelischen Jugendarbeit in Laupheim. Diese Änderung ist unter anderem auch deshalb notwendig geworden, da unsere Jugendarbeit in den letzten Jahrzehnten beständig gewachsen ist . Seit 1997 haben wir in Laupheim nun ein örtliches Evangelisches Jugendwerk. Der Unterschied zu der bisherigen Jugendarbeit in unserer Kirchengemeinde besteht nun darin, daß das Jugendwerk Laupheim eine Ordnung besitzt. In dieser sind bestimmte Dinge geregelt und festgeschrieben. So gibt es einen Vorstand der aus den gewählten 1. Und 2. Vorsitzenden, dem Kassenwart, der für die Finanzen zuständig ist, und dem/der Beauftragten des KGR für Jugendarbeit besteht. Für die inzwischen über 100 Kinder und Jugendlichen in über 10 Gruppen mit 30 Mitarbeitern, können nach unser aller Meinung nur durch eine solche Struktur eine vernünftige Jugendarbeit garantieren. Am 16.05.1998 beschloß die Delegiertenversammlung des Evangelischen Jugendwerkes eine Ordnung. Der Kirchengemeinderat stimmte dieser Ordnung am 09.06.1998 zu. Seit 1996 führen wir jährlich in den Sommerferien ein achttägiges öffentliches Zeltlager durch, bei dem wir bis zu 50 Kinder und Jugendliche eine christliche Gemeinschaft erleben lassen. Themen wie "Schöpfung erleben" oder "Leuchtzeichen am Weg", mit denen von uns die Botschaft Jesu erklärt wird, aber auch Freundschaften und abenteuerliche Erlebnisse machen solche Freizeiten für Kinder und Jugendliche unvergeßlich. Seit einigen Jahren versuchen wir Jugendliche mehr zu beteiligen und mitbestimmen zu lassen. Wir sind dazu übergegangen bestimmte Aufgaben und Entscheidungen aus der Hand der erwachsenen Leiter und Mitarbeiter an Jugendliche zu übergeben. So gibt es bei uns verschiedene "Warte" die in den Bereichen Pressearbeit, Jugendbücherei, Computer-Homepage, Finanzen, Materialpflege, Schlüsselverwaltung, Gottesdienstgestaltung, also in allen relevanten Bereichen selbständig arbeiten und Verantwortung tragen. Dieses Vertrauen aufzubringen war für viele von uns MitarbeiterInnen und die Kirchengemeinde anfangs recht schwierig, hat sich aber ausgezeichnet bewährt. Jugendliche sollen so Jugendarbeit selbst mitgestalten, mitentscheiden und mitverantworten.